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Am 2. Juli starten die Oberliga-Kicker der Neckarsulmer Sport-Union in die Vorbereitung auf die dritte Oberliga-Spielzeit der Vereinsgeschichte, die am 11. August beginnt. Der neue Trainer Marcel Busch wird beim Aufgalopp in nicht einmal zwei Wochen etliche neue Gesichter auf dem Neckarsulmer Pichterich begrüßen. Jesse Weippert (Waldhof Mannheim), Mario Müller (SV Schluchtern), Maximilian Gebert, Volkan Demir (beide TSV Ilshofen) und Amin Yazi (SGV Freiberg, A-Jugend) standen schon länger im Wort. Die Neuzugänge Nummer sechs und sieben heißen Shpejtim Islamaj (TSG Balingen) und Alessandro Hatzis (TSV Unterpleichfeld). Islamaj mit viel Verletzungspech Islamaj stieg zuletzt mit Balingen in die Regionalliga auf. Viel steuerte der zentrale Mittelfeldspieler allerdings sportlich nicht bei. Gerade einmal sieben Oberliga-Kurzeinsätze stehen in seiner Saisonbilanz. "Er hatte zuletzt viel Verletzungspech", sagt NSU-Sportdirektor Marco Merz. Bei zwei Probetrainingseinheiten überzeugte der aus Löchgau stammende 25-Jährige das Trainerteam. Islamaj zieht es nach Ende des Studiums in Sigmaringen wieder zurück in die Heimat. Als Herausforderer für die arrivierten Stammkräfte startet auch der 20-jährige Alessandro Hatzis in die neue Spielzeit. Der zuletzt in der bayerischen Landesliga aktive Youngster stammt ebenfalls aus der Region. Die Neckarsulmer Planungen sind noch nicht abgeschlossen. Denn auf der Abgangsseite hat sich noch einmal etwas getan. Marvin Leonhardt wechselt zum Ligarivalen Göppinger SV. Der Rechtsverteidiger arbeitet künftig in verantwortlicher Position in Esslingen - die räumliche Distanz nach Neckarsulm ist deshalb zu groß für Trainings-Pendelei auf einer Staustrecke. Merz hat Ersatz für Leonhardt an der Angel Merz hat einen adäquaten Verteidiger-Ersatz an der Angel, will den Namen aber noch nicht verraten. Ebenfalls noch auf dem Radar: ein treffsicherer Stürmer. Einer, der für zehn, vielleicht auch mehr Saisontreffer gut ist. Das Problem dabei? Diese Sorte wächst nicht auf den Bäumen und ist zudem nicht gerade günstig. In der Offensive gilt es ja den Abgang von Top-Scorer Adrian Beck zum Regionalligisten SSV Ulm zu kompensieren. Große Offensiv-Hoffnungen setzt Merz dabei auf Ouadie Barini, der wie Verteidiger Sebastian Kappes seinen Vertrag verlängert hat. Barini hat seine Treffsicherheit vor allem in der Rückrunde der Saison 2016/17 unter Beweis gestellt. Kein Thema auf dem Pichterich ist Julian Schiffmann, der beim Ligarivalen Freiberg häufig nicht über die Jokerrolle hinausgekommen ist. Kader mit vermutlich 21 Feldspielern Der NSU-Kader dürfte zum Saisonstart mit 21 Feldspielern größer als zuletzt sein. Eine Folge des großen Verletzungspechs der Rückrunde? "Nein", sagt Marco Merz. Eher sei dies der Tatsache geschuldet, dass im Training nicht nur in der Vorbereitung wieder mehr Wettbewerb herrschen soll.

Es war ein Warnzeichen. Ein Manager mit bedeutungsvoller Miene, nicht gut. Karl-Heinz Sprügel hatte diesen ernste Nachrichten erahnen lassenden Gesichtsausdruck am Samstag aufgelegt. Er schaute zwar die Relegationspartie des SV Wachbach in Künzelsau an (1:0-Sieg gegen Schorndorf), doch die Gedanken drehten sich um seinen FSV Hollenbach. Und da herrschte Mitteilungsbedarf. "Wir haben uns von Marcus Wenninger getrennt", sagte Sprügel. "Er ist ab sofort beurlaubt." Das kam überraschend. Vor allem zu diesem Zeitpunkt. Im Winter bereits gaben sich beide Parteien das Ja-Wort für eine weitere Saison. Veränderung wäre wohl das Beste Seit einer Woche ist die Runde nun beendet. Anzeichen für eine Trainer-Beurlaubung gab es nicht − zumindest nicht nach Außen. Trotz des vierten Platzes in der Endabrechnung, trotz des verpassten Aufstiegs. "Wir sind angetreten, um unter die ersten zwei zu kommen. Es war noch nie so einfach wie dieses Jahr", sagte Sprügel. "Trotz Verletzungspech. Wir hätten sogar den ersten Platz erreichen können." Wie üblich hatten sich die Verantwortlichen in der Woche noch mal zusammengesetzt und die Runde analysiert. Sie kamen zu dem Schluss, dass eine Veränderung das Beste wäre. Ende der Woche wurde dies dann auch Wenninger mitgeteilt. "Wir haben Marcus eigentlich nichts vorzuwerfen", sagt Sprügel. "Der Trainer ist eben das schwächste Glied." Wenninger war mittlerweile in Hollenbach angekommen, hatte sich im Verein wohlgefühlt und freute sich auf eine weitere Runde. "Dann hat mich nun der Verein zu einem Gespräch gebeten und mir die Entscheidung mitgeteilt. Das muss ich so akzeptieren", sagte Wenninger. "Scheinbar haben wir andere Auffassungen über die Bewertung des Geleisteten und darüber, wie es weitergehen soll. Ich kenne ja die Mechanismen. Das kann im Fußball passieren. Ich bin keiner, der da nachkartet." Wenningers Spielsystem passte zu Hollenbach - einst In der Winterpause der Saison 2016/17 hatte er das Team stark abstiegsgefährdet in der Oberliga übernommen. Den Klassenerhalt verpasste Hollenbach nur ganz knapp. Sein Spielsystem hatte sich nahtlos in das seines Vorgängers Ralf Stehle eingefügt. Defensive Sicherheit stand an erster Stelle. Es passte zur Mannschaft, es passte zur Philosophie − damals. "Wir wollen uns wieder mehr offensiv orientieren, vor allem in der Verbandsliga", sagt Sprügel. "Die Philosophie passt nicht mehr." Ein plötzlicher Sinneswandel. In der abgelaufenen Saison stellte der FSV die beste Defensive. Anscheinend war aber die Hoffnung auf Offensivfußball vorhanden. Gerade in der Verbandsliga hätte man sich Auftritte mit mehr Mut im Spiel nach vorne gewünscht. Dies erfüllte das Team nur selten, hatte aber, und auch das muss erwähnt sein, trotzdem Erfolg. Erst am vorletzten Spieltag war die Hoffnung auf einen der ersten beiden Plätze verspielt. In Sachen Personal war es eine schwierige Rückrunde Wenninger wurde aber auch Opfer der Personalpolitik. Zwar blieb der Kader nach dem Abstieg weitgehend erhalten. Doch Führungsspieler wurden nicht ersetzt. Der FSV setzte auf junge Akteure. Die Grundaufstellung blieb gleich. Im Winter wanderte dann noch der beste Torschütze (Serkan Uygun) in die zweite türkische Liga ab, auch er wurde nicht ersetzt. Dadurch und durch die Tatsache, dass phasenweise bis zu sieben Stammspieler ausfielen, wurde die Rückrunde schwierig. Die Ausfälle wirkten in einigen Spielen wie ein Hemmschuh. "Wir haben es daheim verschenkt", sagt Sprügel. Die Personalprobleme sieht er als nicht so gravierend an. "Mit den Niederlagen gegen Wangen oder Rutesheim. Wir haben zu viele Spiele gegen Mannschaften, die weit hinter uns in der Tabelle standen, verloren." Besonders ärgern ihn die hohen Heimniederlagen gegen die TSG Tübingen (0:4) oder den SSV Ehingen-Süd (1:4). Und wie geht es weiter? Ein großes Fragezeichen! "Wir haben noch keinen Trainer", sagt Sprügel. "Wir wollten die Entscheidung, nachdem sie gefallen war, nicht weiter vor uns herschieben." Und schon gar nicht mit Wenninger einen Trainer auf Halde im Hintergrund haben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Die Verantwortlichen bevorzugten das schnelle Ende mit Schrecken. "Wir hätten gerne einen jungen Trainer", sagt Sprügel. "Wir nehmen Bewerbungen entgegen." Erste Ideen gibt es. Gespräche noch keine. Als Co-Trainer wurde schon vor einigen Wochen Jens Breuninger für den scheidenden Victor Enns verpflichtet. "Im Moment gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern", sagt Sprügel.

Der Trainer zeigte kaum eine Regung. Arben Kaludra wirkte gefasst, ganz ruhig. Nur wenige Meter weiter feierten seine Spieler auf dem Rasen des Stadions in Künzelsau überschwänglich. Angeheizt von den Fans − mit Trommeln, Fahnen und Sprechchören. "Wir hatten wieder eine super Unterstützung von den Fans", sagte Kaludra. "Das pusht einen in den engen Phasen. Das ist schon ein Brett." Der Coach freute sich mehr nach innen. Am Samstag gewann der SV Wachbach auch das zweite Entscheidungsspiel und steht damit im Finale der Relegation zur Landesliga. 1:0 hieß es gegen die SG Schorndorf. Nächsten Sonntag geht es dann gegen den TV Pflugfelden um den Platz in der Landesliga. Sollten die Wachbacher auch diese Hürde bewältigen, gibt es nächste Saison sieben Hohenloher Teams in der Landesliga. So weit wollte Kaludra noch nicht denken. Irgendwie genoss auch er den Augenblick − eben auf seine ruhige, gefasste Art. Dabei analysierte er noch die Partie. "Es war ein hartes Stück Arbeit. Es war ein ganz enges Spiel, bei dem Kleinigkeiten entschieden haben. Ein Fehler des Gegners hat entschieden, da wir ihn eiskalt ausgenutzt haben", sagte Kaludra. Es war ein langer Ball in die Spitze der Wachbacher, eher ein Befreiungsschlag von Philipp Volkert, der die Entscheidung in der 45. Minute einleitete. Marcello Vulcano wollte klären, traf den Ball nicht richtig, Jan Thomas lief dazwischen und traf zum 1:0. Bis dahin war es eine ausgeglichene erste Halbzeit gewesen. Beide Teams begannen verhalten, mit viel Respekt vor dem anderen. "Das Spiel am Mittwoch steckte uns schon noch in den Beinen", sagte Kaludra. Da gewann Wachbach mit 4:2 gegen Croatia Bietigheim und musste über 120 Minuten gehen. "Die sind draufgegangen, wir nicht", sagte Kaludra. "Wir mussten die Kräfte einteilen. Wenn wir Pressing gespielt hätten, wäre es eng geworden." Doch auch die Schorndorfer gingen nicht das letzte Risiko ein. Topstürmer Sokol Kacani hatte sich noch warm gelaufen, musste dann aber passen und wurde angeschlagen in der Schlussphase erst eingewechselt. Beim 3:1-Sieg der Schorndorfer gegen Türkspor Neckarsulm hatte er alle drei Treffer erzielt. Torchancen blieben in Hälfte eins dann auch Mangelware. Wachbach versuchte es immer wieder mit langen Bällen in die Spitze auf Felix Gutsche. Doch Kapitän Denis Greco hatte den quirligen Stürmer im Griff, lief ihn immer wieder ab. Nach der Pause machte Schorndorf erwartungsgemäß mächtig Druck. Trotzdem kam auch Wachbach immer wieder zu Konterchancen, wie Thomas in der 47. Minute nach einem Querpass von Gutsche. Doch Torhüter Dennis Mayer rettete mit einer Fußabwehr. Drei Minuten später scheiterte dann Jan Nagel auf der anderen Seite an Wachbachs Torhüter Jannik Hadamek. Den Chancen nach entwickelten sich offene 45 Minuten, den Spielanteilen nach hatte Schorndorf jetzt mehr von der Partie. Wachbachs Simon Kißling (55.) schoss aus der Ferne knapp vorbei. Eine Minute später zielte Timo Strohmeyer etwas zu ungenau. Nach einer Stunde prüfte erneut Kißling Torhüter Mayer. Der Schorndorfer Druck nahm nun immer weiter zu, doch die Wachbacher Defensive stand gewohnt sicher. Während der Saison ließ sie lediglich 20 Gegentore in 30 Spielen zu. Als Kacani in der 81. Minute aus sechs Metern den Ball nicht richtig traf und weit über die Latte beförderte, war Wachbach dem Ziel ganz nahe. Auch die Schlussphase überstand der SVW unbeschadet. "Nach einer turbulenten Runde folgt jetzt ein weiteres Highlight", sagte Kaludra. SV Wachbach: Hadamek, Thissen, Benedikt Dörner, Volkert, Ettwein, Gerner (62. Raupp), Kißling, Florian Dörner, Thomas (80. Ruck), Botsch, Gutsche. SG Schorndorf: Mayer, Selimi (59. Cutura), Strohmayer, Greco, Schmid, Dogan (29. Binder), Lednig, Vulcano, Cipriotti (75. Dittrich), Nagel, Eißele (70. Kacani). Tor: 1:0 (45.) Jan Thomas. Schiedsrichter: Jochen Rottner. Zuschauer: 500.

Der TSV Ilshofen hat gestern das Hinspiel der Relegation zur Oberliga mit 0:1 vor rund 900 Zuschauern beim Freiburger FC verloren. Der südbadische Verbandsliga-Vize hatte sich zuvor gegen den nordbadischen Vertreter Fortune Heddesheim durchgesetzt. Nun geht es am Sonntag um 15 Uhr in Ilshofen um den Aufstieg. Nach dem Sieg, auch wenn er knapp war, liegt der Vorteil auf Freiburger Seite. Außerdem haben die Breisgauer Relegationserfahrung. Im vergangenen Jahr spielten sie bereits um den Aufstieg, verloren dabei aber gegen die TSG Backnang. Nun soll der Gang in die Oberliga gegen den TSV Ilshofen klappen. Der steht zum ersten Mal in den Aufstiegsspielen zur Oberliga. In Freiburg trafen zwei spielstarke Mannschaften mit großer Offensivqualität aufeinander. Dementsprechend groß war der Respekt. Aber auch eine Portion Nervosität war mit im Spiel. Ilshofen kam etwas besser in die Partie, ließ den Ball gut laufen. Niklas Wackler (12.) gab dann auch den erstem Warnschuss ab, verfehlte aber das Gehäuse. Auch Maximilian Gebert, der nächste Saison bei der Neckarsulmer Sport-Union in der Oberliga spielt, war auf der linken Seite einer der Ilshofener Aktivposten. In der 20. Minute zwang dann Daniel Schmelzle bei einem Freistoß Torhüter Tim Kodric zu einer Parade. Beide Mannschaften versuchten viel über die Flügel. Zunächst klappte dies bei den Gästen besser. Nach etwas mehr als einer halben Stunde ließen dann aber auch die Freiburger ihre Offensivqualitäten aufblitzen. TSV-Torhüter Karel Nowak brachte bei einem Schuss von Marco Senftleber (34.) noch die Fäuste hinter den Ball. Die Partie war nun ausgeglichen. Allerdings blieb es dabei, dass es nur aus der zweiten Reihe gefährlich wurde. Die Abwehrreihen beider Mannschaften ließen den Gegner kaum in den Strafraum kombinieren. Vier Minuten nach der Pause blieb Kodric dann Sieger gegen Michele Varallo. In der 56. Minute hatte dann der Freiburger Aslan Ulubiev die beste Möglichkeit bis dahin − die Latte rettete für Ilshofen. Der Siegtreffer fiel in der 78. Minute. Marco Senftleber stand ganz frei und schob aus zwei Metern unbedrängt ein. Nun waren die Gastgeber besser, doch dann lag der Ball auch im Netz des FFC. Ramazan Kandazoglu traf nach einer Ecke. Doch der Treffer zählte nicht. Wohl war ein Handspiel vorausgegangen. So gehen die Freiburger mit einem 1:0 im Rücken am Sonntag in Ilshofen ins Rückspiel.

Erst erleichterter, dann ausgelassener Jubel beim FC Phoenix Nagelsberg. Enttäuschung auf Seiten des SV Wachbach II. Die Nagelsberger Fans hatten sich schon vor der Partie warm gelaufen. Am rund zwei Kilometer entfernten Phoenix-Clubhaus hatten sie sich getroffen, um nach Ingelfingen zu marschieren. Die Plakate am Sportplatz hingen zu diesem Zeitpunkt bereits. Lautstark unterstützten sie dann auch ihr Team. Im zweiten Relegations-Anlauf nach 2016 sollte es nun zumindest mit einem Sieg klappen. Vor zwei Jahren war das Entscheidungsspiel gegen Amrichshausen gleich die Endstation. Gewonnen ist nach dem 4:1-Erfolg aber noch nichts. Nagelsberg fordert nun am Mittwoch den SV Berlichingen/Jagsthausen (Vorletzter Kreisliga A3) heraus. Dann geht es im Relegationsspiel in Apfelbach um den Platz in der Kreisliga A3. Der B2-Vizemeister Nagelsberg profitierte bei seinem Sieg von den beflügelten Offensivkräften Ebrima Jasseh und Ejmad Demaku. Sie machten den Unterschied. Der SVW bekam das Duo nicht in den Griff. Dabei begannen die Wachbacher frech und unbekümmert. Forsch setzten sie Nagelsberg unter Druck. Ein erster Kopfball von Christoph Tremmel strich knapp am Tor vorbei. "Wir sind schon mit einem mulmigen Gefühl ins Spiel gegangen", meinte FC-Spielertrainer Witali Baron. "Dafür ist es umso schöner, dass wir gewonnen haben und eine Runde weiter gekommen sind." Die Verunsicherung war seiner Mannschaft zunächst etwas anzumerken. Beide schienen mit dem großen Platz in Ingelfingen so ihre Probleme zu haben. Der Weg zum gegnerischen Tor war ungewohnt weit. Nach einer Viertelstunde fanden die Nagelsberger langsam besser in die Partie. Ein erster Warnschuss von Ejmad Demaku strich knapp am Pfosten vorbei. Da waren 20 Minuten gespielt. Und trotzdem war der Führungstreffer des Phoenix überraschend. Ein weiter Ball in die Spitze von Oguzhan Kadioglu geriet einen Tick zu lang, doch Wachbachs Torhüter Marcus Striffler zögerte und Jasseh überlupfte ihn mit dem Kopf. Das war zu einfach. Es war ein Wirkungstreffer. Der Schwung des SVW wurde abrupt gebremst. Die Partie verflachte danach. Nach einem Konter fiel dann auch noch das 2:0. Nagelsberg klärte einen Wachbacher Freistoß, Demaku lief auf und davon, ließ im Strafraum zwei Wachbacher aussteigen - und schob ein. Und das, obwohl er durch seine Schulterverletzung in seiner Beweglichkeit noch eingeschränkt ist. Der Halbzeitstand von 2:0 war nicht unbedingt dem Spielverlauf entsprechend. Auf der anderen Seite spiegelte er wider, warum Nagelsberg die beste Offensive der B2 stellte und Wachbach II in der B4 nur eine durchschnittliche Trefferausbeute hat. Nagelsberg verwaltete die Führung danach. Wachbach II versuchte zwar irgendwie noch ranzukommen, doch der Glaube fehlte. Zwingende Aktionen blieben Mangelware - auch weil Phoenix in der Defensive sicher stand. Mit ihren schnellen Spitzen blieben die Nagelsberger aber immer gefährlich. So war es Jasseh, der sich im Wachbacher Strafraum durchsetzte, den Ball zu Demaku (72.) quer legte, der ohne Mühe zum 3:0 einschob. Kurz nach der vermeintlichen Vorentscheidung kamen die Wachbacher dann doch noch zu ihrem Treffer. Marvin Huppmann traf in der 75. Minute. Nur drei Minuten später bereitete erneut Jasseh einen Demaku-Treffer vor. "Man hat gesehen, was Ebrima für eine Qualität hat", meinte Baron. "Man muss ihn immer aufmuntern, dann zahlt er es aber auch mit Leistung zurück." Das 4:1 war dann auch die Entscheidung. "Schade für Wachbach. Aber in der Relegation trifft es eben immer eine Mannschaft", sagte Baron. Das hatte er vor zwei Jahren zu spüren bekommen. An diesem Samstag geht es für die Wachbacher Bezirksliga-Elf in der Relegation zur Landesliga weiter. Um 15.30 Uhr heißt der Gegner in Künzelsau SG Schorndorf. FC Phoenix Nagelsberg: Burkert, Bajrami, Manneh, Seckan, Demaku, Stützle, Sowe, Jasseh, Göbel, Sanyang, Kadioglu (40. Müller). SV Wachbach II: Striffler, Rothenfels, Huppmann, Tittl, Thissen, Lotter, Ruck (46. Dörner), Schmieg, Tremmel, Hofmann, Kauffmann. Tore: 1:0 (25.) Ebrima Jasseh, 2:0 (35.) Ejmad Demaku, 3:0 (72.) Ejmad Demaku, 3:1 (75.) Marvin Huppmann, 78. 4:1 Ejmad Demaku. Schiedsrichter: Luca Schüttler (Crailsheim). Zuschauer: 900

Mit Gänsehaut-Momenten kennen sie sich in Steinsfurt aus. Die gab es beim TSV zuletzt zuhauf. Abteilungsleiter Oliver Helget ist noch immer ganz aus dem Häuschen, gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er über die Spiele seiner Kicker spricht. "Bei uns bekommt auch der neutrale Zuschauer Erlebnisfußball geboten", sagt der 45-Jährige. Dabei steht der eigentliche Höhepunkt noch aus: An diesem Samstag um 18 Uhr hat der TSV die Chance, in Wiesloch den Aufstieg in die Landesliga Rhein/Neckar einzutüten. Gegen die Freien Turner aus Kirchheim, Vizemeister der Kreisliga Heidelberg, muss ein Sieg her. Der zweite Aufstieg in Folge: Er würde wieder für Gänsehaut sorgen. Und längst nicht nur in Steinsfurt. Denn ein Erfolg des TSV hätte Auswirkungen auf die Vereine im Kraichgau - entsprechend blickt der halbe Fußballkreis Sinsheim an diesem Abend nach Wiesloch. Sollte Steinsfurt wirklich aufsteigen, würden alle bisherigen Relegationsentscheidungen nichtig: Der VfL Mühlbach - in der Vorwoche gegen Türkspor Eppingen verloren - dürfte den freien Platz in der Kreisliga einnehmen, der TSV Ittlingen - zog gegen Rohrbach II den Kürzeren - doch in die Kreisklasse A hoch. Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf Steinsfurt. Eine Last aber ist das für den Vizemeister nicht. "Wir haben absolut keinen Druck. Null Komma Null", sagt Helget, der Steinsfurt nicht als Favorit sieht. "Wir dürfen, müssen aber nicht aufsteigen." Er könne jedoch gut nachvollziehen, dass Ittlingen sowie Mühlbach erfreut wären, wenn es der TSV packt. Ähnlich sei es auch Steinsfurt schon einmal gegangen. Als es vor ein paar Jahren zwei Landesligaabsteiger gab, durfte der Verein als Dritter der Kreisklasse A plötzlich die Relegation um den Kreisliga-Aufstieg spielen - und schaffte es schließlich hoch. Mit allzu üppiger Unterstützung aus Mühlbach und Ittlingen sollten die Steinsfurter aber nicht rechnen: Beide Teams hatten mit der Zusatzchance nicht gerechnet - und haben anderweitige Pläne. Der VfL ist seit Freitag auf Ausflug. "Ich kann leider auch nicht kommen", sagt Jens Hohmann vom TSV Ittlingen. Er weilt wie sein Trainerkollege Andre Rott auf einer Hochzeit. "Irgendwer wird uns aber schon auf dem Laufenden halten", sagt Rott. Der 26-Jährige hätte den Aufstieg zwar gerne aus eigener Kraft geschafft, würde aber auch die Schützenhilfe annehmen. "Wir haben eine super Runde gespielt, insofern wäre ein Aufstieg nicht unverdient." Egal, wie er zustande kommt. So geht es auch dem TSV, der sich mit einem Herzschlagfinale am letzten Spieltag, als man in Michelfeld aus einem 0:2 in der Nachspielzeit noch ein 3:2 machte, den Relegationsplatz zwei sicherte. Getoppt wurde das Ganze in der Relegation vor einer Woche beim 8:6 nach Elfmeterschießen gegen Srbija Mannheim. Spektakel können sie in Steinsfurt. "Ich brauche diesen Nervenkitzel nicht unbedingt nochmal", sagt Trainer Holm Hentschke, dem ein ruhiges 2:0 lieber wäre. Groß vorbereitet hat sich Steinsfurt auf Kirchheim jedoch nicht: Deren Spiel vor einer Woche hatten sie nicht besucht. "Wir hatten Dorffest, das ging vor", sagt der Trainer, der sich anderweitig informiert hat. Am Ende zählen sowieso nur die Tagesform, Wille und etwas Glück.

Dass es auf dem Rasenplatz in Dahenfeld um das zweite Entscheidungsspiel der Relegation in die Bezirksliga geht, ist an der Atmosphäre unter den 653 Gästen spürbar. Gebannt schauen die Fans dem TGV Dürrenzimmern und der SGM Krumme Ebene am Neckar zu, die konzentriert um den Ball kämpfen. Die gewonnenen Zweikämpfe begleiten die Fans mit Applaus, dazwischen herrscht Stille. Anfangs sieht es so aus, als seien beide Mannschaften ebenbürtig. Die Pässe beider Teams finden ihre Empfänger und in den ersten zehn Minuten gelingen auf beiden Seiten Torschüsse. Schiedsrichter Benjamin Maier lässt viele Zweikämpfe weiterlaufen. Dürrenzimmern steht hinten kompakt Doch die Krumme Ebene scheitert zu oft an der dicht stehenden Abwehr der Dürrenzimmerer. Immer wieder probieren es SGM-Spieler wie Marcel Gerstle oder Daniel Öller und rennen nach vorne, treffen dort aber auf eine Überzahl aus Dürrenzimmern. Wer es zum Torschuss schafft, kommt nicht an TGV-Keeper Qendrim Avdyli vorbei. Nach jedem Angriff ihrer Mannschaft müssen die mehrheitlich rot gekleideten Fans der Krummen Ebene schwitzen. Denn Karim Mahmoud aus Dürrenzimmern nutzt die leeren Seiten, um in Richtung SGM-Tor zu rennen. Mehrere seiner Flanken sitzen, die Torschüsse seiner Teamkollegen verfehlen dagegen ihr Ziel. Gewagter Schuss aus Dürrenzimmern bringt frühe Führung Dann schlägt Dürrenzimmern zu. In der 35. Minute wagt Sebastian Kohler einen langen Schuss aus dem Mittelkreis. SGM-Keeper Michael Rüger streckt sich, kann dem Ball aber nur noch hinterherschauen. Die Fans brechen in Jubel aus, während sich eine Traube um den Torschützen bildet. "Auf Jungs, direkte Reaktion", brüllt Rüger aus dem SGM-Tor. Doch die Reaktionen sind vor allem harte Zweikämpfe und Fouls, für die Schiedsrichter Maier die gelbe Karte herausholt. Drei Stück erhält die Krumme Ebene im weiteren Spielverlauf, für eine Grätsche gegen TGV-Mann Markus Hamel sieht Kevin Müller sogar gelbrot und muss vom Platz. In der 68. Minute überrascht Dürrenzimmern den Gegner erneut. Fitim Avdyli steht hinten links und flankt in Richtung Tor. Weil Keeper Rüger nicht vor seinem Kasten steht, rollt der Ball gerade so ins Tor, bevor jemand herankommt. Dürrenzimmern führt 2:0 und die Fans der Krummen Ebene fangen jetzt das Klopfen und Anfeuern an. Mahmoud besiegelt Hoffnungen der SGM Spätestens in der 79. Minute ist das Spiel für viele Fans entschieden. Als TVG-Mann Sebastian Mittwich vor dem gegnerischen Keeper steht, kann er den Ball gerade noch zu Karim Mahmoud bringen, der die Chance zum 3:0 für Dürrenzimmern nutzt. Die gesamte Ersatzbank aus Dürrenzimmern springt auf, Torschütze und Vorlagengeber rennen über den Platz. "Dann sind wir am Samstag in Hardthausen", sagt ein begeisterter Fan, während einige der SGM-Unterstützer bereits den Heimweg antreten. Faire Verlierer und feiernde Sieger Auch die letzte Aktion des Spiels, einen Freistoß kurz vor dem TGV-Strafraum, kann die SGM nicht für den Ehrenpunkt nutzen. Mit dem Schlusspfiff stürmen die Dürrenzimmerer auf den Platz und umarmen sich. Die Verlierer tauschen noch Handschläge aus, dann applaudieren sie der roten Menge. "Unsere Fans wären auf jeden Fall für die Bezirksliga reif gewesen", sagt SGM-Trainer Pascal Marche. Die starke Defensive der Dürrenzimmerer gesteht er ein. Nach dem 2:0 sei es für ihn und seine Mannschaft nur noch ein "hinterherrennen" gewesen, so Marche. "Das dritte Tor war dann auch egal." Stolz ist der Trainer auf seine Mannschaft trotzdem: "Die haben alles gegeben und werden das auch in Zukunft." Für Karim Mahmoud und seine Mannschaft ist jetzt erstmal feiern angesagt. Seine Taktik sei voll aufgegangen. "Hinten dicht stehen, das hat funktioniert." Das Spiel der SGM fand er gut, "aber wir waren das bessere Team." Für seine Männer findet er genug Worte: "Das war überragend. Wir waren ein tolles Team. Die Jungs sind erfolgshungrig." Jetzt will Mahmoud den Blick auf Samstag und den Gegner aus der Bezirksliga, den TSV Cleebronn richten. "Es wird spannend." Aufstellung TGV Dürrenzimmern: Qendrim Avdyli, Markus Hamel, Marcel Übelhör, Benjamin Schäufele, Christoph Kohler, Sebastian Mittwich, Fitim Avdyli, Sebastian Kohler, Richard Thor, Jonas Mittwich, Karim Mahmoud

Aufstellung SGM Krumme Ebene am Neckar: Michael Rüger, Nils Lustig, Daniel Öller, Kevin Müller, Jonas Wörner, Marcel Gerstle, Christopher Limpf, Pascal Marche, Christian Schaaf, Jonas Zimmermann, Manuel Bechtold

Tore: 0:1 (35.) Kohler, 0:2 (68.) Fitim Avdyli, 0:3 (79.) Karim Mahmoud

Schiedsrichter: Benjamin Maier

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